verdammt schwer...

auch wenn ich immer wieder versuche tapfer und stark zu sein, gelingt es mir doch zunehmend seltener...heute ist mein philosoph wieder für zwei wochen zu seinem papa gezogen...so wie immer, wenn er zwei wochen bei mir war...ja, mein exmann und ich haben uns für das sogenannte "wechselmodell" entschieden...eine wohl andere form der sorge um kinder geschiedener eltern...ja, ich finde dieses modell theoretisch und eigentlich richtig gut, weil mein sohnemann somit weder seinen vater verliert, noch total überbehütet und verzogen wird von seiner alleinerziehenden mutter (ja, ich bin da schon sehr selbstkritisch)...ich denke immer noch, dass er nichts dafür kann, dass unsere ehe nicht gehalten hat, dass wir es nicht hinbekommen haben...ihm dafür auch noch die chance auf beide eltern zu nehmen, halte ich für sehr ungerecht...
denoch ist es für mich immer wieder sehr schwer, ihn gehen zu lassen...zwei wochen ohne ihn bedeuten (jammer on):
spät nach hause in eine kalte wohnung zu kommen,
wenig bis gar nichts hier in der wohnung zu essen,
kein kinderlachen zu hören,
keinen schulaufgaben-stress zu haben,
kein: "mir is aber sooooooo langweilig..."
ein werwaistes kinderzimmer...,
kein wegdrehen, wenn ich ihm in meiner überschwenglichen mutterlaune einen kuss auf die wange geben will...,
kein "nicht-hören-auf-das-was-ich-von-ihm-möchte"...
kein nichts...
er ist einfach nicht da...
wie soll ich ihn als gute mutter sein, wenn er doch nicht da ist? wie soll ich ihm meine liebe geben???
mir bleiben zwei wochen im monat...sechs monate im jahr...
das ist verdammt wenig...manchmal denke ich, dass ist der preis, den ich zahlen muss, für die trennung von einem leben, dass mich unglücklich gemacht hat...und da hilft, verdammt noch mal, kein trost der welt...(jammer off)

edit: ich musste das mal loswerden...tut mir leid für die, die mich jammernd nicht leiden können...
feldherrin - 15. Nov, 22:01

wo ist denn das postiv aus dem türmchen schauende rapunzel? früher oder später wird er weiter wachsen und selbstständig werden. er kann nicht dein lebensinhalt sein, ich habe neulich etwas gelesen - dem sinn nach - zeit mit seinen kindern ist geschenkte und begrenzte zeit, irgendwann sind sie weg. es kann nicht seine aufgabe sein, dein lebensinhalt zu sein - wolltest du nicht die zeit für dich nutzen? davon sprichst du schon lange - also hopp und gestalte sie - lange umarmung deine feldherrin

p.s. morgen abend passt bei mir, bin zuerst beim sport und dann ab 9 zu hause

GreenEyesMind - 16. Nov, 07:48

liebe feldherrin,
ich danke dir für deine worte, auch wenn sie "kein balsam für meine seele" waren...sollten sie auch nicht, denn mitleid bringt mich auch nicht weiter...ich weiß das...und oftmals nutze ich die zeit ja auch für mich...liegts am november? an dem, was gerade auf vielen baustellen abläuft? nun, du hast recht und auch herr crevel hat mir gestern noch ein bisschen was gesagt...danke...bis heute abend :-)

Crevel - 16. Nov, 09:29

Lass das Positive zu, klammere es nicht aus. Was hast Du vom Leben, wie kannst Du Dein Leben positiv gestalten und genießen, wenn Dein Philosoph nicht da ist?
Positiv aber auch in dem Sinne: Was hast Du als Mutter alles geleistet? Was hast Du anderen Müttern auch voraus? Alleinerziehenden, aber auch jenen, die in "normalen" Beziehungen leben (oder es zumindest dafür halten..)? Nicht, dass jene schlechte Mütter sind. Aber Du hast ganz neue Erfahrungen gemacht, die Dich weiterbringen. Und damit auch Deinen Sohn.
Wie meisterst Du die Situation? Ich denke, gut! Es wäre schlimm, würdest Du bei der Trennung von Deinem Kind nichts mehr empfinden..
Die Feldherrin hat schon Recht: Ein Kind nimmt viel Raum ein, muss es auch. Aber es kann kein Lebensinhalt sein. Du hast Dein eigenes Leben und das bietet so viel mehr.
Vor allem: Teil Dich mit! Der Spruch "Geteiltes Leid ist halbes Leid" mag abgedroschen klingen, aber er stimmt! Natürlich ist es an DEM Abend schwer, irgeindeine Art von Trost zu spenden. Manchmal sind es dioe kleinen Gesten. Aber lass den Balsam auch zu, der von anderen kommt. Das mag nicht sofort gelingen, von heute auf morgen. Aber jeder Schritt ist ein schöner Anfang..
Guck nach vorne, das Leben hat noch so vieles zu bieten :-)

Alyson - 18. Nov, 06:14

Ohje, das glaube ich gerne, dass das verdammt schwer sein muss. Aber Du hast es ganz richtig geschrieben, für Deinen Sohn ist es sicherlich die beste Lösung. So kann er beide Elternteile genießen, dass macht es vielleicht etwas leichter für ihn, auch wenn es für dich umso schwerer ist.
Fühl Dich einfach mal feste gedrückt!! Wünsch dir ganz viel Kraft für die Zeiten, in denen er nicht da ist und ich hoffe du kannst irgendwie versuchen etwas positives daraus zu sehen.

Liebe Grüße
Aly

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